1000 Meter: ein Saisonbericht

1000 Meter: ein Saisonbericht

Olaf Strauß mit seinen 'Limburgern', hier beim FariCup 2006 (Langstrecke)

Im Gegensatz zu den meisten Ruderern in der WASP konzentriere ich mich auf das Fahren von 1000m, aber dafür das so schnell wie möglich. Um das zu schaffen müssen viele Kilometer trainiert werden. Der Winter hat enorm lange gedauert und meine erste Ausfahrt im 1x landete in einer Eisscholle kurz vor Ohlsdorf. So lange nicht rudern zu können war schon frustrierend, da ich mir mit meinen Rennkameraden etliche Saisonziele vorgenommen hatte und einfach eine gewisse Zahl an Kilometern nötig ist, um die entsprechende Grundschnelligkeit zu erlangen.

Am Pfingstwochenende war es denn soweit: Euromasters Regatta in München auf der Olympiaregatta-Strecke in Oberschleißheim. Die Strecke ist einfach beeindruckend. Gemeldet hatte ich im MM2x- B, MM4x- C, MM2x- C und MM8+ A. Den B 2x- musste ich leider abmelden, da mein 2er Partner Kay-Uwe aus beruflichen Gründen dann dennoch nicht kommen konnte. Dies ergab auch ein Problem für unseren Stamm 4x-. Frank hatte eine Schleimbeutel-Entzündung in der Schulter und Kay war in den USA. Aber man kann ja 50% einer Mannschaft ummelden. So fuhren wir mit einem Ersatzmann vom BRC und heuerten noch an der Regattastrecke einen 4. Mann für den 4x- an. Dieser war Peter Uhrig, ehemaliges Nationalmannschaftsmitglied. Leider war dieses Rennen für ihn nicht von vorneherein geplant, sodaß er, als er mit uns ins Boot stieg, schon etliche Rennen in den Knochen hatte. So lief denn auch das Rennen. Führung auf der ersten Hälfte des Rennens, dann mussten wir auf der zweiten Hälfte der Strecke einer Berliner Renngemeinschaft eine ¾ Länge abgeben: 2.ter Platz. Peter meinte, dass er die zweite Hälfte des Rennen einfach nicht mitziehen konnte, na egal. Am gleichen Tag danach dann der 2x- C mit Martin, meinem 2er Partner, mit dem ich mittlerweile seit 20 Jahren zusammen im Boot sitze. Dieses Rennen gegen ein internationales Feld war technisch gut gefahren und sicher gewonnen worden, im Gesamtclassement aller 40 gemeldeten 2x- C Boote drittschnellste Zeit, mit 1 ½ Sekunden Rückstand zum schnellsten. Der 8+ A war für fast alle im Boot das dritte Rennen am Tag. Dritter Platz gegen zum Teil 12 Jahre jüngere Gegner war o.k.

 

Die Hummelregatta fahren wir gerne wegen der tollen Atmosphäre und des echten Masters-Esprit, bei dem ad hoc neue Mannschaften gebildet werden oder Boote verliehen werden, was sich noch diesmal als besonders nützlich erwies. Wir meldeten den MM4x- C und den MM2x- C. Den 4x- meldeten wir mit Christoph Galandi (Olympiateilnehmer in Seoul), Andreas Fischer aus Essen und mit meinen langjährigen 2x- Partner Don M (Martin) Weiß. Leider hatten wir kein Boot für den 4x- und waren auf ein Leihboot angewiesen, was auch ein Boot vom DHuGRC sein sollte. Nur dumm, dass für dieses Schiff keine Skullausleger zu finden waren. Selbst nach einigem telefonieren hatten wir 60 min vor dem Rennen kein Boot. Dann die Chance, eine dänische Crew war einverstanden, ihr Boot uns zur Verfügung zu stellen. Mit einer notdürftigen Einstellung ging es an den Start, wo schon die Osnabrücker, die Masters Championat Gewinner vom letzten Jahr auf uns warteten. Im Ziel hatten wir dann 13s Vorsprung vor den Osnabrückern, die sich noch lange wunderten, wie dies geschah. Den 2x- mit Martin sollte ich dann eine Stunde später ebenfalls gewinnen. Hier waren es vor allem die beiden schnellen Limburger (in München noch schneller als wir), die uns auf der ersten Hälfte eine Bootslänge abgenommen hatten. Auf unserer Seite hatten wir allerdings Probleme so richtig unseren Rennrhythmus zu finden. So haben wir dann das Rennen mit der „Brechstange“ und einer Länge Vorsprung gewonnen. Diesmal hatten wir in all unseren Rennen die jeweils schnellsten Zeiten aller Boote gefahren. Danach haben wir noch den Hummel-Achter gewonnen.

 

Masters Championat ist das Deutsche Meisterschaftsrudern der Masters und findet zusammen mit dem offenen Deutschen Meisterschaftsrudern statt. Dieses sollte in Berlin auf dem „Grünauer Acker“ stattfinden, einer Regattastrecke, die ihrem Name wieder alle Ehre machte. Gemeldet hatten wir MM2x- C, MM4x- B, MM4x- C und MM8+ B. Zunächst der 2x- mit Martin wurde mit der schnellsten Zeit aller Boote und Läufe recht souverän gewonnen. Der 8+ am selben Tag sollte wieder nur ein dritter Platz werden. Die beiden 4x- Rennen hatten wir mit dem Limburger 2x- zusammen gemeldet. Leider gab es Überschneidungen mit einer anderen Meldung, sodaß wir auf Martin verzichten mussten. Noch an der Regattastrecke haben wir dann einen Ersatzmann aufgetrieben und es konnte losgehen. Die Starts zum Warmmachen vor dem Rennen waren auch sehr viel versprechend, nur leider der Start zum Rennen sehr schlecht. So bestand das Rennen in einer Aufholjagd, die mit einem dritten Platz in den Abständen ½ Länge zum Sieger und einen Luftkasten zum Dritten endete. Der letzte Lauf war dann der MM4x- C, diesmal in der geplanten Besetzung mit Martin und den Limburgern. Diesmal klappte alles vorzüglich und wir gewannen wieder mit der schnellsten Zeit aller Boot und Läufe.

 

Die 1000m Rennen sind nun vorbei für dieses Jahr, es gilt nun die Langstrecken Regatten anzugehen. Fürs nächste Jahr ist auf jeden Fall der 2x- mit Martin geplant und ein 4x- mit Christoph Galandi oder je nach Zeit und Gelegenheit mit den Limburgern.

 

Olaf Strauß