Wahmbeck-Hameln

Winternautenfahrt Wahmbeck-Hameln (96 km) 3.12. - 5.12.2010

Auch dieses Jahr hat unser aktiver Wolfgang Pott wieder zu seiner alljährlichen Nikolaus - Wanderfahrt auf der Weser eingeladen.

Ich mache diese Fahrt jetzt das dritte Mal mit und habe vor Antritt der Fahrt darauf spekuliert, dass die Fahrt wegen der diesjährigen winterlichen Verhältnisse - starke Kälte/Schnee und Eis ausfällt. Aber das war nicht so. Unser lieber Wolfgang sagt keine Fahrt ab.

Also ging es am Freitag los von Hamburg nach Uelzen und dann mit Bootsanhänger  nach Wahmbeck an die Weser. Unser einarmiger Wirt bediente uns behende, eigentlich immer mit einer Zigarette in der Hand (Kunst!). Alle Teilnehmer (fast immer dieselben, die von den Bekannten für verrückt gehalten werden), trafen aus den verschiedenen deutschen Regionen ein. Man kannte sich schon.

Früh morgens vor dem Frühstück und " Aufstehen  " wurde unsere flexible Barke unter fachkundiger Aufsicht von Wolfgang und Rolf aufgebaut - bei nebligem, diesigen Wetter. Der Tannenbaum samt Lichterkette und Grill wurde installiert. Es wurde die Einteilung vorgenommen und der Fahrdienst bestimmt. Nur unser  Koch - Rolf der Glühwein- und Grillmeister kannte seinen Job schon vorher und hatte dem entsprechend Proviant gebunkert. Man sah ihn wenig die nächsten beiden Tage. Er war fast immer achtern in der Kombüse. Man hörte und sah ihn aber, wenn mal wieder ein Lot Glühwein oder Würstchen fertig war. Der arme Kerl hat nicht gerudert, was wir nicht  bdauerten, da er für unsere Kraft tätig war und nur dadurch die tonnenschwere Barke von uns bewegt werden konnte.

Winter auf der Weser, mit knirschenden Eisschollen aussenbords, rund um Winterweihnachstkartenlandschaft. Wir erwarteten immer den Nikolaus irgenwo am Ufer.

Es war eisig kalt aber das Rudern, der Glühwein sowie die gute Stimmung an Bord ließ uns nicht frieren. In Polle angekommen begrüßte uns der angelnde Wirt. Wir hatten eine schöne Unterkunft mit DZ. Abends wurde dann auch getanzt. Nächsten Morgen war dann alles weisser als weiss. Ueber Nacht waren ungefähr ca. 10 cm Schnee gefallen.

Für mich war es das erste Mal, dass ich meinen Ruderplatz von Schnee befreien musste. Dann kam noch dazu, dass wir den Hänger eine Anhöhe hoch schieben mussten, da unser Bus das bei den Schneemassen nicht schaffte. Der Landdienst fuhr dann gleich bis Hameln um kein Risiko einzugehen.

Diesen Tag schneite es - auch eine neue Erfahrung für sonst Schönwetterruderer. Wir landeten in Hameln, bevor zwei große Ausflugsdampfer uns passieren konnten. Für Eingeweihte war dies ein Weihnachtsgeschenk.

In Hameln (auch schon vorher) stellten wir fest, dass wir nicht die einzigen - wetterfesten - waren. Es waren noch ca. 10 andere Boote unterwegs gewesen. Einige Ruderer kannte ich, als Wanderruderer trifft man sich bei solchen Anlässen immer wieder. Wolfgang fuhr uns dann samt Bootsanhänger im Schneetreiben umsichtig zurück nach Uelzen.

Nun, hinterher bin ich froh, dass die Fahrt nicht abgesagt wurde.

Klaus Schopper