Stille Tage auf der Weser

Kilometer schrubben rund um Pagensand mit Eddi? Oder Galeerenarbeit auf Hartmuts Moselfahrt? Vielleicht sogar Kulturstufe Null bei Ingos Zelttour in Mecklenburg?

Nichts für uns acht schon etwas betagte Herren der Lehrercrew, die traditionell die ersten Tage der Sommerferien gemeinsam auf dem Wasser verbringen. Also lieber mal sich schön treiben lassen. Tage ohne Hektik, Abende in angenehmer Gesellschaft bei gutem Essen und Trinken und Nächte in bequemen Hotelbetten. Warum nicht mal wieder auf der Fulda und Weser rudern?

 

Das Revier ist schnell erreicht. Da tritt Manfred im Benz zwei-dreimal richtig aufs Gaspedal, und schon kann man sich in Hann.Münden den Angstschweiß abfrottieren. Dann diese Märchenlandschaft. Sie heißt Bram- und Reinhardswald, Solling oder Vogler. Und im engen Flusstal aufgereiht kleine hübsche Fachwerkstädtchen, abseits gelegene Burgen, Kirchen und Klöster. Weder Eisenbahn noch Schnellstraße stören die Ruhe. Am Ufer nur ein von fröhlichen Radlern bevölkerter Wanderweg. Auch strömt es mächtig. Sind auf der Fulda noch einige Schleusen zu durchschiffen, bremst dann bis Hameln kein Wehr mehr das Wasser. Und so kommt Freude auf, wenn man gut vorankommt auch ohne die Prickel sonderlich zu bemühen. Und schließlich das kaum gekräuselte Wasser. Wellen schlagende Frachtkähne hatten ja immer schon Seltenheitswert. Nun aber, wo die Pleitiers von der Oberweser-Dampfschifffahrtsgesellschaft das Feuer auch unter dem letzten Schiffskessel ausgehen ließen, müssen wir die Weser nur noch mit der aufgeblasenen Konkurrenz einiger weniger Schlauchboote, aufgeregt paddelnden Schülergruppen und hin- und wieder einer Hochseilfähre teilen. Da braucht selbst Bugmann Eddi im ungesteuerten Dreier kaum seinen Hals zu wenden.

Von unserer Tour wird in Erinnerung bleiben:

     

  • Wie schön es auch ohne Sonnenschein und mit reichlich Wind von vorn sein kann.
  • Welche Vorteile es mit sich bringt, Mitglied der WSA-Polizei zu sein.
  • Wie Heimatkunde zu einem reinen Vergnügen wird bei Einbecker, Radeberger, Ducksteiner usw., jeweils gut gekühlt und in geräumigen Gläsern dargeboten. 
  • Welche Heilwirkung Dr. Eisenbarts Kräuterarznei innewohnt.
  • Was es mit Tillys Gespenst und dem Wahlgeheimniss im Reinhardswald auf sich hat. 
  • Was die weibliche Feuerwehr- und Schützenjugend so alles auf die hübschen Beine stellte, und wie ihr männliches Pendant meisterhaft wriggelte.
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Und natürlich das Motto: „Mäßig genossen schadet Alkohol auch in größeren Mengen nicht“

Norbert Wulf