WSAP Donau-Wanderfahrt 7. – 15. Juni 2008

Eine genussreiche, harmonische Wanderfahrt mit wenigen Wirrungen

 

Teilnehmer: Bresemann, Fründt, Gerhardt, Görbig, Heerdegen, Hollander, Kahle, Meyer, Möller, Pasquay, Rosenthal

 

Fahrtenlänge: Laut Plan: 249,2 km, real: mind. 254,0 km

 

Prolog: Unser Fahrtenleiter, Hartmut Meyer, hatte diese Wanderfahrt in bewährter Weise umsichtig und präzise vorbereitet. Dafür gebührt Dir, lieber Hartmut, wieder großes Lob und allgemeine Anerkennung!

 

 

Sa, 7. Juni : Anreise Hamburg - Deggendorf

 

Start um 7 Uhr15 mit 9 Mann im Kleinbus, den Volker, wie gewohnt, preisgünstig und in fahrbarem Zustand angeheuert hatte. Bei gutem Wetter und glatter Fahrt brausten wir frohgemut gen Süden. Zur Mittagspause erfreute uns Peter mit Riesenportionen von schmackhafte Buletten und Kuchen. Ein grosses Dankeschön an die Bresemanns !

 

Im RV Deggendorf erwartete uns der „Ausländer“ Thylo. Er hatte schlauerweise die Übernahme unserer Mietbarke „Niederbayern“ bereits vorbereitet, sodass wir zeitig zu unserem ersten Quartier im Gästehaus Zum Horizont in Tattenberg bei Deggendorf fahren konnten. Endlich reichlich bayrisches Bier, danach hausgemachte Pizza aus dem Ofen und Fußball aus dem Fernseher. Christian eröffnet das EM-Wettbüro.

 

So, 8. Juni : RV Deggendorf – RC Vilshofen, 37,1 km

 

Die Barke wurde dank Super-Profi Volker zügig zu Wasser gelassen. Nach einigen Kilometern kam der erste Aufreger: Während Steuermann Peter B. das Ufer mit dem Fernglas nach hübschen Frauen absuchte und Co-Steuermann Helmut G. versonnen die Streckenkarte studierte, ruderten wir flott auf eine rote Fahrwasser-Tonne zu. Ein Aufschrei, hektische Zuckungen der erschreckten Ruderer, Gott-sei-Dank, gerade noch mal knapp davongekommen ! Es folgte eine angeregte  Diskussion mit vergeblichen Erklärungsversuchen seitens der Steuerleute. Bleibt die Erkenntnis: WSAP-Wanderruderer haben seit einigen Jahren ein Rote-Tonnen-Problem.

 

Beim Anpeilen unseres Etappenziels in Vilshofen gab es die nächste Wirrung: Unsere Fahrdienstler Christian und Eddi hatten vergeblich per Kleinbus im Vilsufergelände nach der (geplanten) Anlegestelle des RC Vilshofen geforscht. Just als die Beiden ratlos über die Donaubrücke zurückfuhren, entdeckten sie einen Mann am Donauufer, welcher heftig mit beiden Armen winkte. Auch wir im Boot sahen den winkenden Mann ,grüssten freundlich zurück und drehten zielbewusst in die Vils ab zur “geplanten“ Anlegestelle. Irgendwann merkten auch wir, dass dort kein Ruderclub war. Per Handy erhielten wir endlich Aufklärung vom Fahrdienst: Der winkende Mann war ein Ruderkamerad vom RC Vilshofen, welcher uns hatte einweisen wollen, und der real existierende Ruderclub lag stromaufwärts an der Donau. Also nicht ganz gut gelaunt gegen die Strömung gefühlte 10 km zurück!

Wir brauchten ein großes Bier zum Trost und konnten danach über die  Erklärungsversuche unseres Fahrdienstes herzlich lachen. Fahrt zur Pension Vicus, unserem Quartier für 2 Nächte in Passau. Beste bayrische Biere und Schmankerl im nahegelegenen Inn-Bräu. Hier stieß rechtzeitig zum Essen unser 11. Wanderruderer, Helmut Möller, zu uns und durfte sogleich mit uns anstoßen. Danach Fußball-Fernsehen im Nebenraum.

 

Montag, 9. Juni : RC Vilshofen – Hafen Kasten, 40,6 km

 

Bei gutem Wetter wird das schöne Passau durchquert und die Farbvermischung von Donau und Inn bewundert. Die Fahrdienstler Fritz und Helmut G. hatten Mühe, einen guten Anlegeplatz für die Mittagspause zu finden. Deshalb erst gegen 15 Uhr Anlandung und Essenfassen in Form eines niederbayrischen Open-Air-Buffets aus dem Laderaum des Kleinbusses. Danach nur noch eine Kurzfahrt der erschöpften Ruderer bis zum Yachthafen Kasten. Zurück im Bus nach Passau und, weil's so schön war, wieder Einkehr im Inn-Bräu (Schweinshaxen – Aktionstag!). Anschluss-programm wie gehabt.

 

 

 

Di, 10. Juni : Hafen Kasten – Untermühl/Yachthafen, 40,0 KM

 

Früher Start, glatte Schleusung und danach genüssliches Rudern in hinreißender Landschaft. Den Fahrdienst teilten sich Volker, der kurzentschlossen unseren Trailer bis zur Endstation überführte, und Thylo, welcher uns den Mittagstisch auf einer Gasthofterrasse in bester Lage präsentierte, inkl. Rotwein (vive la France !) ergänzt durch lokales Bier aus der Gaststätte. Ein hungriges Sportradler-Trio aus Italien musste enttäuscht feststellen, dass der Gasthof Essens-Ruhetag hatte. Doch WSAP-Ruderer haben ein großes Herz. Spontan versorgten wir die Kameraden aus dem Süden mit den Resten unseres Mittagsbuffets. Diese sind begeistert: “Molte grazie, e stato veramente molto gentile da parte sua!” So kann man auch mit kleinen Sachen, dem Fußballgegner Freude machen.

 

Bustransfer - nach kurzer Erfrischung mit (dünnem) Most - von Untermühl nach Linz ins schön gelegene LFI-Hotel. Ein längerer Fußmarsch zum Stadtzentrum endete in einem bauzaunverzierten „Biergarten“ mit angeschlossener „Systemgastronomie“. War nicht jedermanns Geschmack.

 

Mi, 11. Juni : Untermühl – Linzer RV Ister, 36,2 km

 

 

Gegen 5 Uhr früh Blitz, Donner und Sturzregen über Linz. Herrjeh, da wird wohl die Barke total überschwemmt sein! Aber nix da, in Untermühl war alles trocken. Nach Passieren der Staustufe Ottensheim lotsten uns die Fahrdienstler Helmut M. und Peter ins Regattazentrum Ottensheim, wo ab 21.7.2008 die FISA-Ruder-WM stattfinden wird. Wir schnupperten ein wenig Regattaluft bei unserer Jause auf der Terrasse der Regatta-Gaststätte. Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse. Anlandung beim menschenleeren RV Ister in trister Hafenlandschaft.

 

Work-Out mit Bier und Schnaps im Garten unseres LFI-Hotels. Danach Abmarsch zum gemeinsamen Abendessen im „Klosterhof“. Dieses Mal echte Schmankerl und keine „Systemgastronomie“. Bierbeschwerter nächtlicher Aufstieg zum LFI-Hotel.

 

Do, 12.Juni : Linz – Altaubach/Yachthafen, 46,7 km

 

Erste „Groß-Etappe“; jedoch verliefen die Schleusungen entgegen unserer Bedenken zeitlich ohne Probleme. Intensiver Gesang unterwegs zwecks Linderung der Strapazen. Unsere Fahrdienstler Ronald und Rüdiger hatten einen niedlichen kleinen Yachthafen mit leistungsstarkem Kiosk und gemütlichem Garten für die Mittagspause gefunden. Längere Ruhephase. Planmäßige Ankunft in Altaubach und Bustransfer über den Berg zum Gasthof Fischerhaus in Ypps, lieblich gelegen an der verkehrsstarken Bundesstraße.

 

Gemeinsames Abendessen im Fischerhaus, und danach Fernsehen im „Spezial-Salon“. Der grottenschlechte Kick Deutschland gegen Kroatien musste mit viel Bier weggespült werden.

 

Fr, 13. Juni : Altaubach – Ruderverein Melk, 48,6 km

Freitag, der 13.- stets ein besonderer Tag, auch für uns! Noch eine „Groß-Etappe“, also frühe Abfahrt. Dank Thylos hyperaktiver Fahrweise und Christians Technikgläubigkeit erlebten wir – navigestützt – eine ausgiebige und abwechslungsreiche Rundreise durch das verregnete Niederösterreich, wobei wir x-mal das medienbekannte Amstetten umkurven durften. Unsere Erkenntnis: Amstetten ist überall! Nach Ausschalten des Navi und Einschalten des gesunden Menschenverstands erreichten wir mit mehr als einer Stunde Verspätung unseren nahegelegenen Barken-Liegeplatz. Logische Folge: Schleusenzeit verpasst, 45 Minuten Wartezeit bei unfreundlichem Wetter, Hunger und Durst. Konnten uns mit „geistiger Nahrung“ mühsam bei Laune halten. Zum Glück konnten wir bald nach der Schleusung von unseren Fahrdienstlern Hartmut und Thylo „zu Tisch gebeten werden“.

 

Nach Ankunft in Melk starke Entscheidung: die Barke wird sogleich herausgeholt! Es bedurfte einiger Vorarbeiten und des Geschickes von Volker (nochmals großes Lob an Volker!), um die Barke in schwierigem Gelände auf den Trailer zu ziehen und fahrfertig zu machen. Danach gemeinsames Abendessen in Alt-Ypps und partielles Fußball-Fernsehen.

 

 

Sa, 14. Juni, Kulturtag in Melk und Transfer nach Deggendorf

Wir gönnten uns zum Abschluss einen gemeinsamen Besuch des weltbekannten Stiftes Melk mit seiner prunkvollen Ausstattung und dem grandiosen Blick über das Donautal. Nach Erquickung im Eiskaffee wurde der Trailer abgeholt, und dann ging es flott (und ordnungsgemäss pickerlbewehrt) über die Autobahn Richtung Deggendorf. Unterwegs noch ein Stop durch eine österreichische Polizeistreife, welche uns ziemlich freundlich auf verwirrendes Blinken am Trailer aufmerksam machte. Dieses Problem löste Volker blitzschnell.

 

Beim RV Deggendorf kamen wir gegen 15.30 Uhr an und hatten nach rd. 1 Stunde die Barke gereinigt, aufgeräumt und übergabefertig gemacht.

Danach gab es eine Open-Air-Weinprobe mit Wachauer Gewächsen, von Günter Gommel als „Fernstifter“ (Prosit und Dankeschön, Günter!) und Fritz kredenzt.

So gestärkt kehrten wir ins Gästehaus Zum Horizont zurück, wo wir (ohne   Fernsehen!) eine fröhliche Abend-Abschlussrunde hatten, mit Thylo als 1. Preisträger im EM-Toto. Und Thylo verwandelte seinen Geldpreis umgehend in eine grosse Karaffe Bärwurtz für uns alle, getreu seinem Motto “wie gewonnen, so zerronnen“.

 

So, 15. Juni : Rückreise

Abschied von Helmut M. und Thylo, welche separat zurückreisten. Ansonsten zügige Fahrt der 9 Businsassen nach Hamburg, keine besonderen Vorkommnisse.

 

Fazit: wir hatten eine sehr schöne Wanderfahrt. Nochmals herzlichen Dank an unseren Fahrtenleiter: Hartmut, das hast Du fein gemacht! Oder -wie ein Baden- Württemberger höchstes Lob auszusprechen pflegt -  Hartmutle, des war net schlecht!

 

Fritz Pasquay