Pagensand

Pagensand Team U75

Wir trafen uns mitten in der Nacht um 05:00h morgens. Gisela kredenzte Kaffee und Brötchen. Wetter/Stimmung war gut. Alster und Schleusen waren schnell passiert. Nach der Passage innerhalb der Landungsbrücken begann der Kampf mit den Bügeleisen (Hadag-Fähren) und Schleppern, was mit Bravour gemeistert wurde. Es war ein schöner Tag und wir erreichten schon mittags Pagensand (50km).

 

Zwei Mann wurden auf der Insel ausgesetzt, der Rest fuhr mit 2 Booten nach Kolmar, um das Gepäck und die nötige Kraft (Getränke) zu holen. Die beiden Robinsons bereiteten in der Zwischenzeit den Lagerplatz her. Es wurden die Tische (Bretter), die wir letztes Jahr in Bäumen verkeilt hatten geholt und massig Brennholz gesammelt. Hilfreich war ein Stuhl ohne Sitzfläche, der von einigen für hinterhältige Zwecke missbraucht wurde. Bald kamen die Transporteure mit den Booten aus Kolmar, und der Zeltplatz wurde eingerichtet. Ingo schlief wie immer in seinem Sarg". Rolfs Pagode (ein mittelgrosses Haus) war wieder dabei und man hörte immer wieder: "Nicht ziehen, sondern schieben" (das Einschieben der flexiblen Zeltstangen). Dieses Gebäude macht immer Schwierigkeiten aber am Ende steht es. Abends wurde gegrillt/gequatscht, dem deutschen Met und Traubensaft gehuldigt.

 

Unser Frühstück am nächsten Tag gab wie immer die verbrauchte Kraft zurück. Ingos nordlanderprobter Kaffee mit entsprechendem südamerikanischen Jamaika-Rum brachten alle Lebensgeister wieder in Wallung. Ein Vierer fuhr nach Glückstadt, um noch fehlende Dinge einzukaufen. Zum Ende der Fahrt wurde es haarig, der Wind hatte stark aufgebrist, die Wellen wurden höher, und wir hatten Schwierigkeiten über den Leit(d)damm zu kommen. Abends gab es das berühmte Gurkenfleisch mit Nudeln, die noch in Glückstadt gekauft werden mussten.


Nächster Tag Ruhetag auf der Insel. Spaziergang und Besuch bei den Naturschützern, die wir gut kennen (Taufpatin der Pagensand). Letzter Tag: Abreise und alles in umgekehrter Reihenfolge. Wir konnten leider erst gegen 14h wegen der Tide starten. Der Wind blies die ganze Zeit mit ungefähr 6 Stärken gegen uns, was den Effekt des Flutstroms mehr als aufhob. Im Hafen war der Teufel los, weil die Proben für die Taufe von "Mein Schiff" stattfanden. Wir fühlten uns sehr klein und zerbrechlich als wir an diesem riesigen Passagierschiff vorbeiruderten. Die letzten Kilometer kann man als vergnügungslos und auch schmerzhaft  beschreiben. Wir erreichten unseren Bootssteg gegen 22:45 nach ca. 10 Stunden auf dem Rollsitz ohne Pause an Land.


Für einige stand fest- das war die letzte Ruderwanderfahrt - aber wie immer, jetzt sieht es wieder ganz anders aus und es wird schon für die nächste Pagensandfahrt geplant.

 

Klaus Schopper