Pagensand

Rentner Wanderfahrt Pagensand 11.-14. Mai

Auch dieses Jahr haben wir wieder unsere beliebte Ruderwanderfahrt zur Elbinsel Pagensand unternommen. Da wir nun mehr oder weniger altersweise geworden sind, was bei einem MDA von 66,5 Jahren eigentlich auch zu erwarten ist, haben wir uns entschlossen auf den Rat unserer Frauen zu hören und nicht mehr durch den Hafen zu fahren. Statt die Fahrt am Isekai zu beginnen und dann die gefährliche Fahrt durch den Hafen die 50 km nach Pagensand zu rudern, begannen wir diesmal unsere Tour in Elmshorn an der Krückau, einem Tidegewässer.

 

Da wir 6 Ruderer waren, fuhren wir mit einem Wandervierer, besetzt mit 4- und einem ungesteuerten 3er besetzt mit 2 Ruderern.

 

Am Bootssteg stapelten sich Berge mit "Survival Expeditionsmaterial": Zelte und Essen, was man so alles braucht. Später stellte sich heraus, dass der Klappspaten, der für die wichtigen "Geschäfte" gebraucht wird, nicht dabei war, aber auch das haben wir überlebt. Alles was Männer (auch alte) so brauchen, musste mitgenommen werden, neben der wichtigen Magarine natürlich auch die nicht minder lebensnotwendigen Getränke (Bier, Wein und der Schuss Rum für den morgendlichen Kaffee).

 

Es ist zu bedenken, dass die Insel völlig unbewohnt ist. Wir zelteten wieder am nördlichen Ende der Insel und fanden die wichtigen Bretter für den Tisch und den Stuhl -WC (ohne W und Sitzfläche), die wir letztes Jahr in einem Baum verkeilt hatten, unversehrt vor. Nach Zeltaufbau wurde gegrillt und auch das erste Bierfass geleert.

 

Am nächsten Tag, nach einem herrlichem und ausgiebigen Frühstück, ruderten wir nach Glückstadt zum Matjesessen. Unterwegs sahen wir einen Seehund, der sich wohl in die Elbe verirrt hatte. Abends wurde wieder gekocht; Ingos Grukenfleisch, wobei alle halfen, schnibbelten, Holz suchten usw. Am dritten Tag ging es nach Haseldorf mit dem Gedanken, dort einzukehren. Der Wirt jedoch war ungnädig und servierte uns keine Getränke, da er offiziell erst später aufmacht.  Also wurde durstig und hungrig zurück gerudert, um wieder Kraft zu tanken. Die Haseldorfer Marsch ist landschaftlich interessant. Man muss jedoch sehr auf die Tidenverhältnisse aufpassen, um genug Wasser unter dem Kiel zu haben.

 

Wir genossen wieder unser herrliches Biwak  dicht an der Elbe und Fahrrinne. Es ist schon beeindruckend, die riesigen Container - und auch Kreuzfahrt- und Segelschiffe dicht vorbeifahren zu sehen.

 

Natürlich wurde die Flasche Rum, die wir letztes Jahr verbuddelt hatten, wieder ans Tageslicht befördert und der gereifte Tropfen genossen. Für nächstes Jahr wurde eine neue Flasche verbuddelt. Was das alles soll, ist mir bis heute nicht klar. Stevensons Schatzinsel muss Ingo, den Initiator dieses Rituales, bis heute beeindruckt haben.

 

Ein kleines Problem hatten Horst und ich, da uns die Sandflöhe besonders liebten und wir deren juckende Nachwirkungen mit nach Hause nahmen. Nun wissen wir wieder, dass es wichig ist, mit entsprechenden langen schützenden Hosen am Strand zu laufen. Aber wie macht man das, wenn man nackt badet? Eigenartigerweise hatten unsere Kameraden nicht diese Probleme, wir beide haben wohl besonderes Blut. Die haben aber auch nicht gebadet.

 

Auf der Insel darf man nur mit Ausnahmegenehmigung zelten, die wir uns einholten. Wir verliessen den Platz daher wie immer in dem ursprünglichen Zustand wie wir ihn vorgefunden hatten und nahmen allen Unrat wieder mit zurück.

 

Es war wieder eine herrliche und harmonische Wanderfahrt bei sehr gutem Wetter, die wir sicherlich nächstes jahr wiederholen werden. Wir werden aber versuchen, uns Boote beim ElmshornerRuderverein zu leihen, was die Logistik sehr vereinfachen würde.

 

 

Klaus Schopper