Vogalonga

Vogalonga 2015 – Venedig im Regen – Vogalonga in der Sonne

Ein Anruf, Wolf Dieter: Klaus hättest Du Lust an der Vogalonga in Venedig teilzunehmen? Ich hatte. Ich war noch nie in Venedig – geschweige, dass ich über den Lido oder durch den Canale Grande gerudert bin.

 

Für uns  RGLer war es einfach, die Organisation und den Bootstransport übernahmen unsere Freunde vom Berliner Ruderverein Phoenix.

 

Es stellte sich dann heraus, dass es für die Berliner eine anstrengende-winterlich-schneereiche Alpenüberquerung wurde – leider mit Sommerreifen - es war ja Ende Mai.

 

Von der RGL nahmen Wolf Dieter/Winni/Peter Perthun mit Annegret und ich an der Reise teil.

 

Wir bekamen Infos aus Berlin über Die Bootseinteilung/Bungalowbestückung etc, aber keine Info über den Abflug nach Venedig. Es stellte sich 2 Tage vor der geplanten Abfahrt aufgrund von Kommunikationslecks heraus, dass kein Flug für die Lauenburger gebucht war. Dank unermüdlicher stundenlanger Internetrecherche schaffte es Winni, die Flüge über Brüssel zu buchen.

 

Unser FL hatte Bungalows für die ganze Expedition mehr als 25 Teilnehmer (davon 20 Ruderer – 4 Vierer) bei der „Marina di Venezia“, ca 15 km von Venedig entfernt gebucht. Es ist eine empfehlenswerte Anlage – sehr gute Organisation, eine Stadt für sich, alles da: Restaurants Piscinas/Strand/ Supermärkte und Kirche – kinderfreundlich.

 

Frühstück und Getränke wurden vortrefflichst vom FL und seiner Frau Annette sowie Tochter Sandra organisiert.

 

Die Fahrtenleitung hatte einen guten Liegeplatz am Punta Sabione gefunden (ca. 10 km von Venedig) entfernt). Am Freitag wurden die Boote aufgeriggert und es ging danach mit der Vaporette nach Venedig.

 

Die Fähren „Vaporetten“ sind schwimmende „Busse“, um Venedig und die Inseln im Lido zu erreichen. Es bietet sich an, 1-2 oder 3 Tagestickets zu kaufen.

 

Dann kam Venedig im Regen  - Menschenmassen – sehr viele Asiaten.

 

Gondelfahrten im Regen – ohne Gesang. Ich hatte mir Venedig so vorgestellt, doch sonnig.

 

Am nächsten Tag noch einmal Venedig im starken Regen, vorher die Insel Burano besichtigt – ein hübscher Ort mit sehr vielen bunten Häusern. 

 

Dann am Sonntag – der Tag der Vogalonga – die Sonne schien, es war warm. Wir mussten früh hoch, um zum Start (09.00h) vor Venedig am Becken von San Marco vor dem Dogenpalast zu sein. Wir ruderten mit unserem C-Boot bei strahlendem Sonnenschein über den Lido die 10 km nach Venedig – und liessen vorher noch ein riesiges MSC – Kreuzfahrtschiff passieren.

 

Wir hatten keine größeren Probleme mit dem Wellengang, da sonstige Motorschiffe zu dieser Zeit nicht fahren durften.

 

Dann kamen wir am Becken vor San Marco an – Es war überwältigend ca. 2000 Boote warteten vor dieser imposanten Kulisse auf den Startschuss, ein schrecklich lauter Kanonenschuss in unserer Nähe.

 

Alle Boote machten sich auf den Weg, die 35 km Strecke zu bewältigen.

 

Es waren die verschiedensten Bootstypen zu sehen:

  • Gondoliere in ihrer Tracht,
  • Mascarettas, in denen stehend gerudert wird  (bestückt mit 10 oder mehr Ruderern- oder rinnen),  alle festlich gekleidet, häufig mit Strohhüten.

 

Alle Arten von Ruder- und Paddelbooten, Drachenboote, z.B. 20 weibliche Vollbayerinnen, die Heimatlieder sangen, und von einem Urbayern im Krachledernen gesteuert wurden. Ein englischer Gentleman, der ein Damenvierer steuerte usw. 

 

Die Streckenführung war sehr interessant, es ging über den Lido und z.B. durch die Inseln Burano und Murano mit entsprechenden Anfeuerungen vom Ufer aus.

 

Der Höhepunkt war dann die Einfahrt nach Venedig in den Canale de Cannaregio mit der Brücke Ponte de tri Archi – ein Nadelöhr, das nur ein Boot zur Zeit passieren konnte, was sich als vorteilhaft herausstellte, da dann im Canale Grande alles etwas entzerrt war.

 

Die Stimmung im Canale Grande war beeindruckend. Anfeuerungsrufe von den tausenden Zuschauern am Ufer. Die Mascarettas hoben die Ruderer zur Begrüssung von Bekannten oder Honorationen. Unser Cheerleader Brigitte rief uns nach Passieren der Ponte Rialto noch zu: „Ich liebe Euch alle“.

 

Am Ende des Canale Grandes bekamen wir noch eine Medaille und Urkunde ins Boot geschmissen. 

 

Dann ging es an die Rückfahrt zum Ponte Sabionne – diese 10 km waren grenzwertig – die Vaporettes und andere Motorboote sowie Wassertaxis fuhren wieder. Für diesen Wellengang war unser C-Boot eigentlich nicht geeignet. Aber wir sind heil durchgekommen und werden diesen Tag wohl nicht mehr vergessen.

 

Noch mal einen Dank an unsere Freunde von Phönix für die hervorragende Organisation

 

Klaus Schopper